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Religiöse Mündigkeit und Religionsfrieden

Rituale unterschiedlicher Religionen kennen zu lernen, Eigenes vollziehen zu können und an dem Vollzug der Rituale aus anderen Religionen und Kulturen beobachtend teilnehmen zu können, sind Kompetenzen, die gefördert werden sollen, weil sie eine Voraussetzung für religiöse Mündigkeit und Religionsfrieden in unserer Gesellschaft sind. Es sind Kompetenzen, die die Kinder in der globalisierten Welt brauchen werden.

Für die Evangelische Kirche gehört der Respekt gegenüber anderen wesentlich dazu. Oft sind Eltern zu gewinnen, wenn ihnen deutlich wird, dass auch ihren persönlichen Überzeugungen mit Respekt begegnet wird. Es sollte gerade in evangelischen Kindertagesstätten deutlich gemacht werden, dass religiöse Bildung zu den Herzensangelegenheiten der Einrichtung gehört.

Neben Klarheit in der Elternarbeit braucht eine pädagogische Fachkraft in der Arbeit mit Ritualen aber auch Klarheit über sich selbst und ihre eigene religiöse Ritualtradition. Wenn Fachkräfte Kindern authentische Begegnungen mit Religionspraxis ermöglichen wollen, müssen sie zuerst reflektieren, welche Rituale aus ihren eigenen Traditionen ihnen selbst gut bekannt sind und etwas bedeuten. Im nächsten Schritt gilt es zu überlegen, inwiefern sie für die Kinder tragfähige Symbole enthalten. Auf dieser Grundlage können sie sie dann selbst anleiten und auch erklären. Rituale anzuleiten, das geht immer nur bei Traditionen, die man kennt und in denen man selbst steht. Deshalb muss den  Kindern selbst genau zugehört werden, wenn sie von Feiern und Ritualen erzählen. Feiern viele Kinder in der Kita ein Fest, das keine Fachkraft selbst kennt, macht es manchmal auch Sinn, Experten für bestimmte Riten und Feste (Eltern oder Geistliche) zu gewinnen, die authentisch zeigen und erzählen können, was geschieht. Bei allen Begegnungen zwischen verschiedenen Religionen soll aber dem Respekt vor den verschiedenen Wegen, dem tieferen Sinn und dem was das Leben trägt, Ausdruck verliehen werden.

In Beheimatung in den Ritualen ihrer eigenen Religion und der Begegnung mit andern  bilden sich die Kinder.  Sie werden immer mündiger selbst religiös zu handeln.

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